Fachoberschülerin des KBBZ Saarlouis im Frankreichpraktikum

Den Arbeitsmarkt auf der anderen Seite der Grenze kennen zu lernen, mal den französischen Nachbarn hautnah zu erleben und dort zu arbeiten - warum nicht? Das dachte sich Torry Hoffmann, die sich dazu entschied, das Angebot der „Fachstelle für grenzüberschreitende Ausbildung“, kurz FagA, anzunehmen und einen Teil ihres Fachoberschulpraktikums im benachbarten Frankreich zu absolvieren.

 

Die Fachstelle suchte für Torry einen Praktikumsplatz, der auf die Inhalte ihres deutschen Praktikums zugeschnitten war, kümmerte sich um die vertragliche Abwicklung und suchte ebenfalls nach einer geeigneten Unterkunft. Torrys Wünsche wurden hier ebenfalls berücksichtigt, denn das Projekt ist sehr flexibel gestaltet: Zeitraum, Dauer, Zielort sowie inhaltliche Schwerpunkte werden gemeinsam mit allen Beteiligten abgestimmt. Erst dann geht es in die Akquise.

 

Torry wünschte sich einen Praktikumsplatz im Landesinnern, am besten in der öffentlichen Verwaltung. Folglich absolvierte sie ein zweiwöchiges Praktikum in der „Mairie de Varangéville“, einem Ort in der Nähe von Nancy. Gewohnt hat sie während dieser Zeit in einer WG in Nancy. Die Hürde der Sprachkenntnisse hielt Torry nicht davon ab, diesen Schritt zu wagen. Sicher sei es am ersten Tag schwer gewesen, sich auf Französisch zu verständigen. Die Vokabeln mussten nach vier Jahren Pause vom Französischpauken erst wieder aktiviert werden. Sie war jedoch erstaunt, wie schnell sie sich mit ihren neuen Kollegen in der Fremdsprache verständigen konnte. Denn schließlich lernt man eine Sprache erst richtig, wenn man im Land lebt. Torry war von Anfang an Teil des Teams, durfte an Meetings zur Stadtentwicklung teilnehmen und wurde zu Ortsbegehungen mitgenommen. Auch durfte sie Ideen mitteilen, wie man den Tourismus des Ortes fördern könne. Teamarbeit, so stellte sie fest, nähme in Frankreich eine hohe Stellung ein. Auf die Frage, ob sie das Praktikum verändert hätte, entgegnete sie: „Man wird definitiv selbstständiger und erwachsener. Man muss die Dinge selbst in die Hand nehmen und regeln.“

 

Die Fachstelle für grenzüberschreitende Ausbildung ist ein Interreg-Projekt und ermöglicht es Schülerinnen und Schülern aller saarländischen Fachoberschulen sowie auch Auszubildenden, einen Teil ihrer beruflichen Ausbildung im benachbarten Lothringen zu absolvieren. Das besondere an diesem Projekt ist es, dass das Praktikum aus EU- sowie Landesmitteln finanziert wird und die  gesamte Organisation des Praktikums übernommen wird. Um dies zu gewährleisten, arbeiten die Projektpartner, auf deutscher Seite die Verbundausbildung Untere Saar e.V. und das Ministerium für Bildung und Kultur, auf französischer Seite die Académie Nancy-Metz sowie der Eurodistrict SaarMoselle, Hand in Hand zusammen. Das Interreg-Projekt läuft noch bis 2021 und bietet allen interessierten Fachoberschülerinnen und -schülern sowie Auszubildenden der dualen Ausbildung die Chance, sich auf dem Arbeitsmarkt der Großregion zu profilieren und wertvolle Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

 


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